21. Juni 2018 Rezepte

Salbeikartoffeln mit Chorizo und Tomaten

Während des Studiums schleppte mich meine hispanophile Freundin ständig in irgendwelche spanischen Kneipen und Restaurants. Aus dieser Zeit stammt meine bis heute ungebrochene kulinarische Liebe zur Chorizo, die es damals für den eigenen Kochtopf nur in einem einzigen Geschäft Kassels zu kaufen gab und die deshalb sauteuer war.

In den 2000er Jahren ist die Chorizo dann ziemlich in Mode gekommen; der angenehme Nebeneffekt war und ist die allgemeine Verfügbarkeit zu moderaten Preisen.


Foto: cc photoskate

Hier das Rezept für einen Chorizo-Kartoffelsalat, den man am besten lauwarm serviert:

Zutaten für 4 Personen


750 g kleine Kartoffeln (Drillinge)
200 g Chorizo
1 Schalotte
15-20 frische Salbeiblätter
8 Kirschtomaten
1 Bund Schnittlauch
Olivenöl, Salz, Pfeffer

Zubereitung

Die Kartoffeln schrubben und mit Schale kochen. Chorizo – haben sie frische bzw. vakuumierte bekommen, können Sie sich diesen Schritt sparen – von der Haut befreien, der Länge nach halbieren und in 4-5 mm dicke Scheiben schneiden. In einer Pfanne bei milder Hitze ohne zusätzliches Fett braten. Die Stücke sollten zum Schluss den größten Teil des Fetts abgegeben haben und knusprig, keinesfalls aber zu dunkel sein.

In der Zwischenzeit die Tomaten vierteln und den Schnittlauch in kurze Röllchen schneiden.

Die Chorizo aus dem Fett fischen und auf Küchenkrepp abtropfen lassen. Die in dünne Streifen geschnittene Schalotte mit den ebenfalls in Streifen geschnittenen Salbeiblättern im Chorizofett knusprig ausbraten.

Wenn sie nach knapp 20 Minuten gar sind, die Kartoffeln abgießen und zwei bis drei Mal mit kaltem Wasser aufgießen, damit sie etwas abkühlen. Quer zur Länge halbieren und in eine Schüssel geben.

Die Chorizo, die Tomaten, die Schalotten-Salbei-Mischung (je nach Gusto mit ein wenig Chorizofett) und den Schnittlauch dazu geben, mit einem Schuss Olivenöl, Salz und Pfeffer würzen, vorsichtig vermischen und gleich servieren.





8. Juli 2017 Rezepte

Süßkartoffel-Pommes

Pommes frites aus Süßkartoffeln sind zur Zeit schwer in Mode. Es gibt sie gefühlt fast an jeder Ecke, und sogar Edeka führt sie schon im Tiefkühlsortiment. Aber wie so oft: Selbst gemacht schmecken sie mit Abstand am besten.

A propos Pommes – ein Kumpel hat mir vor 20 Jahren mal einen genialen Life-Hack verraten: In den meisten Fast-Food-„Restaurants“ werden Pommes Frites immer auf Vorrat frittiert und in einer Warmhaltewanne gelagert. Ist wenig los, bekommt man deshalb unter Umständen keine knusprig-heißen, sondern labbrig-lauwarme Pommes. Bestellt man die Pommes aber ausdrücklich ungesalzen, bekommt man immer welche frisch gemacht. Anschließend nimmt man sich einfach ein Tütchen Salz von der Theke mit.

Zutaten

Süßkartoffeln (man macht am besten immer die Hälfte mehr, als eigentlich ausreichend wären – sie werden auf jeden Fall aufgegessen)
Speisestärke
1-1,5 Liter Sonnenblumenöl
Salz, Pfeffer

Zubereitung

Süßkartoffeln schälen und in ca. 1 cm dicke Stifte schneiden, ungefähr 1 Stunde in kaltem Wasser zwischenlagern, damit die Stärke ein wenig herausgeschwemmt wird.

Das Wasser abgießen und die noch etwas feuchten Pommes in einen (oder mehrere) Gefrierbeutel geben. Pro Beutel 2 EL Speisestärke dazu geben und den Beutel so schütteln, dass die Pommes relativ gleichmäßig mit der Speisestärke bedeckt sind.

Das Geheimnis der Knusprigkeit: Zweimal frittieren

In einem flachen, weiten Topf das Öl auf 130 °C aufheizen (Empfehlung: das Fantast-Thermometer von Ikea) und die Pommes portionsweise (sie dürfen nicht übereinander schwimmen) 4 Minuten vorfrittieren. Auf Küchenkrepp abtropfen lassen.

Anschließend das Öl auf 175 °C aufheizen und die Pommes ein zweites Mal für 4 Minuten frittieren.

Wieder auf Küchenkrepp das Öl abtropfen lassen, salzen und pfeffern und sofort servieren.

Dazu gibt es, ganz klassisch, selbstgeschlagene Mayonnaise und Orangenketchup.





28. April 2017 Rezepte

Die einzige Art, Rhabarber zuzubereiten


Foto: cc Cory Doctorow

Zu den leckersten Sachen im Frühjahr zählt zweifellos Rhabarber – wenn man ihn denn richtig zubereitet. Vergessen Sie diese ganzen Zutaten wie Zimt (Weihnachten? Im Frühling?), Ingwer, Speisestärke (brrr!) oder irgendwelche Obstsäfte. Für das köstlichste Rhabarberkompott benötigt man lediglich Zucker, ein wenig Butter und Zitronensaft.

Zubereitung

Ziehen Sie die Fäden von 1 kg Rhabarber und schneiden Sie ihn in 3 cm lange Stücke. Fügen Sie 8 Esslöffel Zucker (wenn Sie es süß mögen oder der Rhabarber hauptsächlich grün ist, auch mehr), ein Päckchen Vanillezucker und den Saft einer halben Zitrone dazu, vermischen alles und lassen es zugedeckt 30 Minuten ziehen.

Geben Sie einen Esslöffel Butter zum Rhabarber, erhitzen ihn und lassen ihn so lange köcheln, bis sich die Stücke fast aufgelöst haben. Erkalten lassen – fertig.

Gibt’s bei uns mit Vanillesauce oder mit einer Kugel Vanilleeis. Die einzige Schattenseite: Die Rhabarberzeit dauert gerade mal 8 Wochen.





30. Dezember 2016 Rezepte

Salsa zu gegrilltem Fisch

Mitte September wurden wir – an einem traumhaften Spätsommertag – unverhofft auf eine Floßfahrt eingeladen. Mit Grillen. Wir bekamen Schwertfischsteaks, Lachs und Riesengarnelen. Dazu gekühlten Wein. Und eine Salsa, die so gut zu dem gegrilltem Fisch passte, dass ich das Rezept brauchte. Hier ist es, im Original:

Die Salsa hat kein Rezept – die mach ich einfach aus der ‚la main‘ … Zutaten: Kirschtomaten, rote Zwiebeln, Knobi, Chilis und Kräuter (bei der letzten 2 Töpfe Basilikum, 1 Topf glatte Petersilie) Salz, Zucker, Zitronensaft und etwas Olivenöl.

Man kann noch Möhre reinreiben, im Urlaub mach ich das aber eher mit noch mehr marktfrischen Kräutern. Also flexibel und nach Geschmack :)

Danke, Jenne.





26. November 2016 Rezepte

Spicy Meatballs

Es wird ein Werbespot gedreht. Ein älterer Mann, unverkennbar Italo-Amerikaner, sitzt an einem mit einer rotkarierten Tischdecke gedeckten Tisch vor einem Teller Spaghetti mit spicy Meatballs (würzigen Fleischbällchen). Neben ihm steht seine Frau. Der Satz des Mannes, den er nach einem Bissen von den Fleischbällchen in die Kamera sagen soll, lautet: „Mamma mia, that’s a spicy meatball“.


Direktlink

Leider geht immer etwas schief, er verspricht sich, die Meatballs sind zu heiß, er vergisst den italienischen Akzent usw. Nach Take 59 kann er nicht mehr und bekommt deshalb ein Glas Wasser mit einer aufgelösten Alka Seltzer-Tablette (Stimme aus dem Off: Sometimes you eat more than you should …). Anschließend sagt er seinen Satz endlich fehlerfrei in die Kamera – leider fällt aber ausgerechnet in diesem Moment der Herd in der Studiodeko hinter ihm auseinander.

Woraufhin der Regisseur entnervt sagt: „Cut! Okay, let’s break for lunch.“

Das ist ein wunderbarer Werbespot aus den 60ern, den ich in den 90ern mal in einer dieser Die besten Werbespots-Sendungen gesehen habe. Da ich damals kein italienisches Meatballs-Rezept fand, habe ich ein eigenes erfunden:

Zutaten für 4 Personen

Für die Spicy Meatballs

  • 600 g Hack (halb Schwein, halb Rind)
  • 1 TL Fenchelsamen, etwas angemörsert
  • 1 TL getrockneter Oregano
  • 1-2 Prisen Chiliflocken
  • 2 sehr fein gehackte Schalotten
  • 2 zerdrückte Knoblauchzehen Schwein
  • Salz, Pfeffer
  • Olivenöl zum Braten

Für die Sauce

  • 1 EL Zucker
  • 1 gehackte Schalotte oder Zwiebel
  • 2 El Tomatenmark
  • 3 EL Aceto Balsamico
  • 2 Dosen gehackte Tomaten (à 400 g)
  • 1/2 Bund feingehackte glatte Petersilie

Zubereitung

Das Hackfleisch mit Salz und Pfeffer würzen und mit dem Fenchel, dem Oregano, den Chilies, den Zwiebeln und dem Knoblauch gut verkneten. Anschließend daraus walnußgroße Bällchen formen – das geht am besten mit leicht angefeuchteten Händen.

Eine Pfanne erhitzen, Olivenöl hineingeben, heiß werden lassen, die Hälfte der Meatballs in die Pfanne geben und zunächst nicht umrühren. Die Hitze kann jetzt auf 2/3 heruntergeschaltet werden. Nachdem die Meatballs Farbe angenommen haben, mit einem Kochlöffel oder geschicktem Schwenken der Pfanne wenden, bis sie ringsherum leicht knusprig geworden sind. Aus der Pfanne nehmen und die Prozedur mit der zweiten Hälfte der Meatballs wiederholen.

Den Zucker und die gehackte Zwiebel einem weiten Topf (oder in einer Pfanne mit hohem Rand) bei ständigem Rühren angehen lassen, das Tomatenmark dazu geben und kurz anrösten, mit dem Balsamico ablöschen. Den Essig fast komplett verkochen lassen, bis er eine sirupartige Konsistenz hat, dann die Tomaten dazugeben. Verrühren, mit Salz und Pfeffer abschmecken und die gesamten Meatballs dazugeben. Bei kleinster Hitze zugedeckt ca. 45 Minuten ziehen lassen.

In der Zwischenzeit die Nudeln (Spaghetti, Penne, was Sie wollen) kochen. Kurz vorm Servieren die Petersilie unter die Meatballs geben.

Mamma mia …








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